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Immer wieder Donnerstags…. mit Aendu von der chartewärchstatt

…da donnerts… ehm nein, möchte ich euch Leute vorstellen, welchen ich immer wieder im wörldweitweb begegne und mir immer wieder ein Lächeln oder ein ooohhhwieschön in mein Gesicht zaubern. Menschen welche ich nicht mehr missen möchte und deshalb sollst du sie auch kennen!

Heute stelle ich euch mal meinen Lieblingsdrucker vor. Ihr glaubt nicht, wie gerne ich meine Aufträge in die Druckerei bringe, dieser Duft wenn ich die Türe öffne zaubert mir immer ein Grinsen ins Gesicht (Ich glaube echt, dass ich in einem früheren Leben mal Schriftensetzer war und noch von Hand an einer alten Letterpress gedreht habe, kann ja sein oder).

Sorry, bin abgeschweift… Aendu ist der Liebe Mann, der sich immer um meine Wünsche kümmert und die sind bigoscht meist nicht ganz normal. Er macht seine Arbeit mit einer riesen Leidenschaft und wenn ich seine Ergebnisse von der alten Letterpress anschauen und streicheln darf, freue ich mich jedes mal wie ein kleines Kind.

Beschreibe Deine Person in 3 Farben mit Begründung wieso diese.
Schwarz: eine starke, gut strukturierte Farbe. Weil ich gerne klare Strukturen möchte aber überhaupt nicht strukturiert bin. Manche Sachen wirken im schwarz/weiss einfacher schöner oder getreu meinem Motto: weniger ist mehr.
Blau: weil ich das Meer mag aber nicht gerne im offenen Meer schwimme. Ich trage viel blau.
Pastellfarben: Als Kontrast zu schwarz, weil man mit den Farben so Schönes drucken kann
Vielleicht ist es auch weil ich Zwilling bin, zwei Gesichter, zwei Seiten, daher schwarz und pastell.

Mit welcher Maschine machst Du Letterpress und was fasziniert Dich an dem alten Handwerk?
Im Moment mache ich alle Letterpressarbeiten auf einem Original Heidelberg Tiegel, kurz OHT genannt. Faszinierend daran ist eigentlich das Druckerzeugnis für sich, diese Tiefenprägung und die daraus entstehende Haptik sind einzigartig.

Wie und wann ist die Chartewärchstatt entstanden?
Eigentlich nur durch Zufall und da muss ich ein bisschen ausholen:
Vor ca. 3 Jahren hat ein befreundeter Drucker seine Druckerei verkauft. Dieser hat für unsere Druckerei (Digital Druckcenter Langenthal AG, kurz DDC genannt) im Auftrag diverse Arbeiten wie rillen, perforieren und stanzen auf einer alten Maschine gemacht. Diese Maschine war eben ein Heidelberg Tiegel.
Damit wir unsere Aufträge wieder selber machen könnten, wollten wir die Maschine kaufen aber es hat nicht geklappt mit dem Verkauf.
Wie der Zufall manchmal so will, hat sich ein anderes Türchen aufgemacht. Aus einer Erbschaft wurde eine kleine Druckerei im Luzerner Hinterland aufgelöst und ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass dort noch so eine alte Maschine rum stehen würde.
Als ich das erste Mal diese Druckerei betrat, hatte ich das Gefühl, jemand hat 1970 den Schlüssel gedreht und so belassen und ich war der Erste, der die alten Maschinen und die Möbel mit den Setzkasten und tonnenweise Bleibuchstaben wieder zur Ansicht bekam. Ich habe mich gefühlt wie zu meiner Lehrzeit, als ich die Lehre als Buch-und Offsetdrucker begann. Diese alte Maschine hat mich schon damals begeistert und dieses Gefühl trat sofort wieder auf.
Die Maschine war noch in einem einigermassen passablen Zustand. Der Verkäufer wollte mir aber nicht nur die Maschine verkaufen, sondern die ganze Druckerei mit allem Drumherum.
Ich habe schon eine Druckerei, meinte ich. Er wiederum sagte: aber nicht so eine.
Recht hatte er. Nach einer kurzen Bedenkzeit von ca. 5 Minuten haben wir dann den Deal gemacht und so kam ich zu einer alten Druckerei.
Dass sich daraus aber etwas ergibt wie die chartewärchstatt war zu dem Zeitpunkt noch nicht klar, da ich noch gar nicht wusste, was ich mit all dem Material (ca. 9 Tonnen) anfangen soll.
Und eigentlich wollte ich ja nur unsere Sachen wie rillen, perforieren usw. mit dieser Maschine produzieren. von drucken war eigentlich nie die Rede. Es hatte aber zu der Maschine neue Farbwalzen dabei und da musste ich den Druck mit Farbe natürlich testen.
Nach dem ersten Testdruck war mir sofort klar, daraus könnte man was machen.
So entstanden nacheinander die Idee und die Umsetzung, die zur chartewärchstatt führte.
Zudem haben mich ein paar wenige Leute inspiriert und ermutigt, daraus etwas zu machen.

Welches Gefühl sollen die Menschen haben, welche Deine Karten/Drucksachen in den Händen halten?
Unsere Produkte sind keine Massenware und keine Standartprodukte. Es sind mit viel Aufwand und Handwerk hergestellte kleine Kunstwerke. Die Menschen sollen spüren, da es sich um etwas spezielles aber doch um irgendwie etwas Vertrautes handelt.
Und es ist tatsächlich so, sobald die Menschen die Karten und Drucksachen in den Händen halten, haben sie immer so einen leicht verklärten Gesichtsausdruck
Wir haben ja als Unterbegriff der chartewärchstatt folgendes geschrieben:
„Gedrucktes sehen und fühlen“

Welches Teil magst Du am Meisten rund um Deine Letterpressmaschine?
Ich liebe die ganze Maschine

Wo steht die Chartewärchstatt in 3 Jahren?
Das ist eine gute Frage, welche ich mir auch schon oft selber gestellt habe. Darauf kann ich keine konkrete Antwort abgeben. Das mittelfristige Ziel ist, einen Web-Shop aufzubauen, wo wir so ca. 30-50 Karten in der Auswahl haben. Dieses Sortiment gilt es langsam mit diversen Ideen und Möglichkeiten aufzubauen. Vielleicht sind wir bis dahin explodiert aufgrund der viele Aufträge oder es ist wie bei vielen Sachen eine Modeerscheinung, die nach einer Zeit eine gewisse Sättigung aufweisem.
Ich hoffe aber das natürlich Ersteres zutrifft.

Hast Du noch Zeit für Hobbys?
Sagen wir es Mal so, zwischendurch schon. Gehe wenn möglich 1 x die Woche Tennis spielen und bin in den wärmeren Monaten auf dem Velo.
Und irgendwie ist die chartewärchstatt auch ein Hobby. Es gibt immer wieder neue Ideen und tausend Sachen die man noch könnte und es ist unglaublich wie viel Zeit man dafür verwendet, die man eigentlich gar nicht hat.

Wie wichtig ist Dir eine schöne Handschrift?
Ich finde eine schöne Handschrift wunderschön anzuschauen aber es ist nicht zwingend so wichtig in dem Sinne wie andere Sachen wirklich wichtig sind. Zudem finde ich es spannend und interessant, dass es Leute gibt, wie z.B. meine Interviewpartnerin, die mit so viel Liebe und Hingabe so schöne Handgeschriebene Kunstwerke herstellen.

Werden oft Handgeschrieben Dinge gedruckt?
Leider viel zu selten, obschon es eigentlich prädestiniert wäre für den Letterpress. (Anmerkung der SteRedaktion: Seht, seht, ich sags ja – go for it. Letterpress liebt Lettering!!)

Und zu Guter Letzt würde mich noch Dein TraumReiseziel interessieren
Irgendwo wo am Meer mit einem schönen Strand.

War ja gar noch nicht das Letzte… Wo findet man Dich?
Zu finden sind wir im Gebäude des Digital Druckcenters, an der Bahnhofstrasse 8 in Langenthal.
Zudem auch auf Facebook und natürlich unter www.chartewärchstatt.ch

 

So liebe Freunde, bitte lasst die LetterpressKarten keine ModeErscheinung sein! Druckt doch mal Visitenkarten, Geburtstagseinladungen, Hochzeitskarten etc mal in der chartewärchstatt. Ihr werdet genauso begeistert sein wie ich – denn es ist sooooo schön!!!

Danke Aendu, dass Du mir die Fragen hier im Interview beantwortet hast (jaja, ich weiss, war nicht so einfach – war aber auch nicht mein Ziel ;-)) und du auch immer wieder ein offenes Ohr für meine Wünsche und Anliegen hast! Seeehr cool haben sich unsere Wege gekreuzt!